Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, hat den Einsatz des beliebten Tools Google Analytics als bußgeldwürdig bezeichnet. Mit Google Analytics kann ein Website-Betreiber sehen, wieviele Besucher seine Seite ansehen, von welchen Seiten sie kommen, wie lange sie auf der Seite bleiben etc. Alles vollkommen anonym. Ich will gar nicht weiter eingehen darauf, ob die Beschwerde von Thilo Weichert berechtigt ist oder nicht, aber interessant finde ich doch die Sprache, in der seine Pressemitteilung gehalten ist. Einige Auszüge:
Google Analytics ist ein unentgeltliches Angebot des Weltkonzerns Google …
Weltkonzern klingt irgendwie so richtig böse, finde ich. Fast wie Weltpolizist. Konzern ist ja in Deutschland schon irgendwie negativ belegt, aber Weltkonzern toppt das nochmal. Klingt so richtig nach Weltherrschaft. Erinnert mich abwechselnd an James Bond-Schurken und die Bösen von Star Wars.
… eine Übermittlung der Daten zu Google in den USA oder anderswo …
in den USA oder anderswo – das ist ja allerhand! Welche Relevanz hat eigentlich die Information, dass es in den USA stattfindet? Die Passage klingt so wie „Urananreicherung in Nordkorea und anderswo“… Als wenn es gerade besonders schlimm wäre, dass die Daten in den Schurkenstaat USA übermittelt werden.
Selbst den deutschen Datenschutzbehörden ist nicht bekannt, was Google dann mit diesen Daten anstellt.
Uiuiuiuiui! Selbst den deutschen Datenschutzbehörden! Dabei ist die Datenschutzbehörde von Schleswig-Holstein ja nun wirklich die Instanz der richtigen Größe, um es mit Google aufzunehmen… Wahrscheinlich hat Google mehr Beschäftigte als Schleswig-Holstein Einwohner. Man stelle sich mal vor, welchen Eindruck der Beschwerdebrief des schleswig-holsteinischen Datenschützers auf Google machen wird…
Dr. Thilo Weichert, Leiter des ULD: „Wir waren verblüfft und schockiert, wie weit Google Analytics auch in Schleswig-Holstein verbreitet ist.“
Klingt ungefähr so, als ob es sich bei Google Analytics um eine ansteckende Krankheit handelt…
Ob der Protest von Weichert & Co. in der Sache begründet ist: Keine Ahnung. Vielleicht. Könnte durchaus sein. Aber irgendwie wirkt so betriebener Datenschutz auf mich sehr aktionistisch, deutsch-piefig und weltfremd.