Ich war skeptisch. Sehr skeptisch. Star Trek mit neuen Schauspielern für die alte Crew der ersten Serie, die einst (von 1966 bis 1969) produziert worden war? Schon allein diese Idee, so schien es, war ein Sakrileg.
Trotzdem, es hat funktioniert. Das lässt sich wohl am besten daran festmachen, dass man auch diejenigen Charaktere, deren neue Schauspieler den alten nur begrenzt ähnlich sehen, sofort anhand ihrer Sprech- und Ausdrucksweise und ihrer liebenswert gewordenen Macken erkennt. (Besonders bei McCoy ist dies wirklich faszinierend.) Der Film zeigt die Anfänge der ersten Enterprise-Crew, spielt also vor der ersten Serie. Gleichzeitig sorgen einige Tricks mit dem Raumzeitkontinuum dafür, dass mit den Ereignissen dieses Films eine von der Originalserie abweichende Realität geschaffen wurde, so dass man – bei eventuellen Fortsetzungen – nicht an die Ereignisse des „Kanons“ gebunden ist.
Trotz viel Schall und Rauch ist Star Trek im Kern ein Film, der die Entwicklung einer Freundschaft erzählt, nämlich derer von Kirk und Spock, deren erste Begegnung gezeigt wird und die sich zunächst furchtbar in die Wolle geraten. Der aus der Zukunft angereiste Original-Spock, gespielt von dem originalen Leonard Nimoy, bringt schließlich auch das ins Lot, wenn auch nebenbei der Planet Vulkan zerstört wird. Hunderte kleiner Anspielungen auf andere Filme und Serien von Star Trek zeigen, dass die Macher den Franchise nicht entführt haben, sondern würdig weiterführen. Gerade nach den letzten Kinofilmen (vor allem dem unsagbar schlechten Star Trek X) war ich der Auffassung, dass Star Trek nun endgültig tot sei. Nun, Spock war ja bekanntlich auch schon mal tot und hat danach noch eine eindrucksvolle Karriere als vulkanischer Botschafter hingelegt. Mit diesem Film ist Star Trek im 21. Jahrhundert angekommen; und es ist wieder quicklebendig.
